So hält die mediterrane Diät Ihre Nieren fit!
So hält die mediterrane Diät Ihre Niere(n) fit!
Sie haben bestimmt schon von der mediterranen Diät oder Mittelmeerkost gehört. Doch was versteht man genau darunter? Warum ist diese Ernährungsform gut für Sie und Ihre Niere:n? Das und vieles mehr erfahren Sie in diesem Artikel.
Was ist die mediterrane Diät überhaupt?
Die mediterrane Diät - oder auch “Mittelmeerkost” genannt - kommt, wie der Name schon sagt, aus den Ländern am Mittelmeer. Dort wird viel mit Olivenöl, Fisch, frischem Gemüse und Obst gekocht. Die mediterrane Diät hat in der Vergangenheit vor allem durch die allgemeine Gesundheit der dortigen Bevölkerung große Bekanntheit erlangt. Auf die Gesamtbevölkerung gesehen leben die meisten 100-Jährigen in den Bergen von Sardinien - einer Insel im Mittelmeer. Man geht davon aus, dass die gesunde Ernährung und der einfache Lebensstil einige der Gründe für die Gesundheit der Bewohner:innen im hohen Alter sind.
Die mediterrane Diät eignet sich aber nicht nur, um ein hohes Alter zu erreichen. Sie wird von vielen ärztlichen Fachgesellschaften auch bei einer chronischen Nierenkrankheit (CKD) empfohlen - unabhängig davon, ob Sie sich in einem frühen Stadium der CKD befinden oder zur Dialyse gehen. Sie hat aber nicht nur einen positiven Einfluss auf Ihre Nierenfunktion. Die mediterrane Diät schützt auch Ihre Gefäße sowie Ihr Herz-Kreislauf-System und hilft Ihnen, generell gesünder zu leben. Was die Mittelmeerkost beinhaltet, erfahren Sie jetzt.
Wie sieht die mediterrane Diät aus?
Der Kern der Mittelmeerkost besteht darin, möglichst viel selbst zu kochen. Dadurch wissen Sie am besten, was in Ihrem Essen enthalten ist, und geraten nicht an versteckte Zucker und Fette in Fertigprodukten. Doch was verwenden Sie am besten zum Kochen?
1. Fleischarme Kost
In der mediterranen Diät wird vor allem auf rotes Fleisch und Wurst verzichtet. Wenn Sie dennoch Appetit auf Fleisch haben, greifen Sie lieber zu hellen Fleischsorten wie zum Beispiel Hühnchen.
2. Fisch
Fisch ist eine sehr gute Eiweißquelle und stellt eine Alternative zu Fleischprodukten dar. Im Rahmen der mediterranen Diät wird empfohlen, zweimal pro Woche Fisch zu essen.
3. Pflanzenfette
Pflanzenfette sind in der Regel gesünder als zum Beispiel tierische Fette in Fleisch und Wurstwaren. So haben sie zum Beispiel einen positiven Einfluss auf unseren Fettstoffwechsel. Bei der Mittelmeerkost werden vor allem Pflanzenfette aus Pflanzenölen (z.B. kalt gepresstes Olivenöl) und Nüssen verwendet. Zum Anbraten können Sie also eher Sonnenblumenöl oder Olivenöl verwenden als Butter. Als Snack für zwischendurch eignen sich einige ungesalzene Nüsse.
4. Frisch und lecker
Im Mittelmeerraum wachsen viele Obst- und Gemüsesorten. Sie sind somit ein großer Bestandteil der mediterranen Diät. Wenn Sie besonders gesund leben möchten, schauen Sie am besten auch, welche Obst- und Gemüsesorten in welcher Jahreszeit reif werden. Das heißt, Sie kaufen am besten saisonal ein. Im Herbst und Winter sind das zum Beispiel vor allem Kohlsorten und Zitrusfrüchte wie Orangen und Mandarinen. Online finden Sie viele Saisonkalender, in denen Obst und Gemüse nach Monaten aufgelistet werden.
5. Vollkornprodukte
Für Vollkornprodukte werden - wie der Name schon sagt - die “vollen Getreidekörner” verwendet, also auch die Schale. Vollkornprodukte machen nicht nur länger satt, sie erhöhen Ihren Blutzucker auch weniger als zum Beispiel Weißmehlprodukte.
Alle Kohlenhydrate - zu denen auch Vollkornmehl und Weißmehl gehören - bestehen aus kleinen Zuckermolekülen. Diese werden über die Darmschleimhaut ins Blut aufgenommen und können dort als Blutzuckerwert gemessen werden. Ein zu hoher Blutzucker ist schlecht für Ihre Gefäße und Ihre Niere:n.
Deswegen sollten Sie im Rahmen der mediterranen Diät mehr Vollkornprodukte verwenden. Dazu zählen zum Beispiel: Vollkornbrot, -reis, -nudeln, Vollkornmehl und Haferflocken.
6. Weniger ist mehr
Wenn Sie selbst kochen, können Sie auch selbst entscheiden, wie viel Salz in Ihr Essen kommt. Da Kochsalz Ihren Blutdruck erhöhen kann, gilt hier: weniger ist mehr. Denn ein zu hoher Blutdruck schädigt Ihre Gefäße und Ihre Niere:n. Verwenden Sie statt Salz lieber Kräuter oder Gewürze, um Ihrem Essen mehr Geschmack zu geben.
Generell sollten Sie pro Tag maximal 5 - 6 g Kochsalz zu sich nehmen.
Was sind die Vorteile der mediterranen Diät für Ihre Gesundheit?
Selbst kochen, Vollkornprodukte verwenden, weniger Fleisch - das klingt am Anfang vielleicht nach einer großen Umstellung. Damit Sie gut motiviert starten können, erhalten Sie hier noch einmal einen Überblick über die Vorteile der mediterranen Diät.
1. Herz-Kreislaufsystem
Durch die Mittelmeerkost können Sie hohe Blutzucker-Werte vermeiden und haben einen positiven Einfluss auf Ihren Fettstoffwechsel. Dadurch werden vor allem Ihre Gefäße geschützt. Zu hohe Blutzucker-Werte und Blutfette können zu Gefäßwandverhärtungen (=Arteriosklerose) führen. Wenn Ihr Blut nicht mehr wie gewohnt durch Ihre Gefäße fließen kann, können Ihre Organe nicht mehr ausreichend mit Nährstoffen und Sauerstoff versorgt werden. Besonders empfindlich auf Durchblutungsstörungen reagieren Ihr Gehirn, Ihr Herz und Ihre Niere:n.
Bestehen bei Ihnen Risikofaktoren für Herz-Kreislauferkrankungen (z.B. Herzinfarkt, Schlaganfall) wie zum Beispiel Bluthochdruck oder die Zuckerkrankheit (=Diabetes mellitus)? Dann sinkt Ihr Risiko, zum Beispiel einen Herzinfarkt oder einen Schlaganfall zu bekommen, durch die mediterrane Diät um bis zu 30 %. Eine Umstellung lohnt sich also für Ihre Gesundheit!
2. Chronische Nierenkrankheit und Dialyse
Die mediterrane Diät schützt nicht nur Ihre Gefäße. Durch die Mittelmeerkost setzen Sie gleichzeitig fast alle Ernährungsempfehlungen um, die für Menschen mit einer chronischen Nierenkrankheit und für Menschen an der Dialyse gelten.
Hier einmal die genauen Vorteile für Ihre Niere:n im Überblick:
- Wenn Sie eine chronische Nierenkrankheit haben, ist in der mediterranen Diät genau die empfohlene Menge an Eiweiß enthalten. Das sind 0,8 g pro Kilogramm Körpergewicht pro Tag. Wenn Sie zum Beispiel 70 kg wiegen, wären das 0,8 g x 70 kg, also 56 g Eiweiß pro Tag. Das Eiweiß kommt vor allem aus Gemüse, Fisch und weißem Fleisch. Während der Dialyse geht jedoch häufig Eiweiß aus dem Körper verloren. Dann brauchen Sie mehr Eiweiß, und zwar zwischen 1,2 g und 1,5 g pro Kilogramm Körpergewicht. Sie können also noch etwas mehr Gemüse, Fisch und weißes Fleisch essen.
- Die mediterrane Diät hält Ihren Blutzucker im Gleichgewicht und hat einen positiven Einfluss auf Ihren Fettstoffwechsel. Normale Blutzuckerwerte und Blutfette schützen Ihre Niere:n und Ihre Gefäße.
- Durch den hohen Anteil an Pflanzenprodukten wie Gemüse und Pflanzenölen nimmt Ihr Körper viele Vitamine und andere gesunde Stoffe auf. Diese können sogar Entzündungen in Ihrem Körper entgegenwirken.
- Ein wichtiger Bestandteil der mediterranen Diät ist: selbst kochen und mit frischen Zutaten. Dadurch können Sie die Menge an Kochsalz und Phosphat verringern, die Sie über Ihr Essen aufnehmen. Weniger Kochsalz kann Ihren Blutdruck senken und dadurch Ihre Niere:n schützen. Weniger Phosphat wirkt sich positiv auf Ihre Knochen aus.
Wie Sie sehen, bringt die mediterrane Diät viele Vorteile mit sich.
Worauf müssen Sie bei mediterraner Diät und einer chronischen Nierenkrankheit achten?
Bei der Mittelmeerkost müssen Sie auf Ihre Kaliumwerte achten. Das ist besonders wichtig, wenn Sie zur Dialyse gehen oder an einer chronischen Nierenkrankheit im Endstadium (CKD 5) erkrankt sind. Kalium kommt in Ihrem Körper an vielen verschiedenen Orten vor und übernimmt eine Reihe wichtiger Aufgaben. Ihre Niere:n sorgen dafür, dass immer genau die richtige Menge an Kalium vorhanden ist. Wenn Sie zur Dialyse gehen, wird dort dafür gesorgt, dass das Gleichgewicht aufrechterhalten wird. Trotzdem besteht vor allem die Gefahr, dass Ihre Kalium-Werte zu hoch werden. Zu viel Kalium kann gefährliche Folgen haben - wie zum Beispiel Herzrhythmusstörungen. Über Ihre Ernährung können Sie Ihre Kaliumwerte auch mit einer Nierenkrankheit im Griff behalten.
1. Kalium in Obst & Gemüse
Das meiste Kalium nehmen Sie über Früchte und Gemüse auf. Vor allem wenn Sie zur Dialyse gehen, sollten Sie deshalb darauf achten, Gemüse und Früchte zu verwenden, die wenig Kalium enthalten. Das sind zum Beispiel: Blattsalate, Gurken, Zucchini, Äpfel, Birnen, Mandarinen und Erdbeeren. Wenn Sie sich für eine mediterrane Diät entscheiden, sollten Sie zusätzlich Ihre Kaliumwerte regelmäßig ärztlich kontrollieren lassen. Das gilt unabhängig davon, ob Sie sich in einem frühen Stadium der CKD befinden oder zur Dialyse gehen.
Jetzt wissen Sie viel über die mediterrane Diät. Da die Ernährung einen großen Einfluss auf Ihre Nierenfunktion hat, sollten Sie sich am besten trotzdem noch einmal persönlich von eine:r Ernährungsberater:in beraten lassen und alles mit Ihrem Ärzteteam besprechen. Ernährungsberater:innen sind die Fachleute im Bereich Ernährung und können Ihnen weitere Hinweise zur Umsetzung der für Sie passenden Ernährung geben.
Zusammenfassung
- Die mediterrane Diät wird bei chronischer Nierenkrankheit (CKD) und an der Dialyse empfohlen, da sie fast alle Ernährungsempfehlungen bei einer CKD beinhaltet
- Die mediterrane Diät schützt außerdem vor Herz-Kreislauferkrankungen wie zum Beispiel Herzinfarkten und Schlaganfällen
- Die mediterrane Diät verzichtet auf Fertigprodukte und beinhaltet vor allem Fisch, frisches Gemüse und Obst, Vollkornprodukte, wenig Fleisch - und wenn, dann helles wie z.B. Hühnchen - sowie Pflanzenfette in Form von Pflanzenölen und Nüssen. Durch das selbst Kochen können Sie vor allem die Menge an Kochsalz und Phosphat verringern
Quelle:
Quelle: Carealytix Digital Health GmbH – Mizu App (www.mizu-app.com)
- Dgfn.EU. Mediterrane Küche empfiehlt sich auch für nierenkranke Menschen. Abgerufen am 10.08.2026