BKK MedPlus Herzinsuffizienz
Strukturiertes Behandlungsprogramm

Die chronische Herzinsuffizienz ist die Unfähigkeit des Herzens, den Organismus mit ausreichend Blut und damit mit genügend Sauerstoff zu versorgen, um den Stoffwechsel unter Ruhe- wie unter Belastungsbedingungen zu gewährleisten. Klinisch liegt dann eine Herzinsuffizienz vor, wenn typische Symptome wie zum Beispiel Dyspnoe, Müdigkeit (Leistungsminderung) und/oder Flüssigkeitsretention auf Grund einer kardialen Funktionsstörung bestehen.
Wer kann am Programm Herzinsuffizienz teilnehmen?
- Patienten, die an Herzinsuffizienz erkrankt sind.
- Sollten Sie gleichzeitig an KHK erkrankt sein, sollten Sie mit Ihrem Arzt besprechen, an welchem Programm Sie teilnehmen – am DMP KHK oder am DMP Herzinsuffizienz. Eine gleichzeitige Teilnahme an beiden Programmen ist nicht möglich. Abhängig vom Krankheitsverlauf sollte der behandelnde Arzt abwägen, welche der beiden Diagnosen vorrangig einzustufen ist.
Hier erfahren Sie, von welchen Vorteilen Sie durch eine Teilnahme am BKK MedPlus-Programm profitieren und wie Sie teilnehmen können.
Ihre Versorgung bei Teilnahme am Programm Herzinsuffizienz
Wenn Sie am Programm BKK MedPlus Herzinsuffizienz teilnehmen, soll Ihre Ärztin oder Ihr Arzt regelmäßig einige Behandlungsmaßnahmen durchführen:
| Was wird untersucht? | Häufigkeit | Durchführung durch |
|---|---|---|
| Blutdruck | bei jedem BKK MedPlus-Termin | Hausarzt bzw. medizinische Fachangestellte |
| Körpergewicht/ Gewichtsprotokoll: Bei einem deutlichen, kurzfristigen Gewichtsanstieg (z. B. mehr als 1 Kilogramm in 24 Stunden oder mehr als 2,5 Kilogramm pro Woche) durch vermehrte Wassereinlagerungen muss ggf. eine Anpassung der Medikation vorgenommen werden. | bei jedem BKK MedPlus-Termin | Hausarzt |
| Überprüfung der Medikation: Damit ggf. notwendige Therapieänderungen oder Dosisanpassungen frühzeitig durchgeführt werden können. | bei jedem BKK MedPlus-Termin | Hausarzt |
| Nieren: Die Nierenfunktion wird durch Berechnung der geschätzten (=estimated) Glomerulären Filtrationsrate (eGFR) auf der Basis des Serum-Kreatinins überwacht | mindestens halbjährlich | Hausarzt |
| Serum-Elektrolyte (Natrium, Kalium und Kreatinin im Blut): Die Werte geben Auskunft über den Wasserhaushalt des Körpers und die Funktion der Nieren. | mindestens halbjährlich | Hausarzt |
| Begleit- und Folgeerkrankungen: (z. B. COPD, Depression, Diabetes mellitus Typ II, Niereninsuffizienz, Schlafbezogene Atmungsstörungen) | bei jedem BKK MedPlus-Termin | Hausarzt |
Rauchen:
| bei jedem BKK MedPlus-Termin (Vereinbarung eines Folgetermins in der ersten Woche nach Ausstiegsdatum) | Hausarzt |
| Beratung zum Thema körperliche Aktivität/ Sport | regelmäßig | Hausarzt |
| Ernährungsberatung (gesunde Ernährung bei Herzinsuffizienz) | Keine Vorgaben – abhängig von den persönlichen Umständen | Hausarzt |
| Prüfung, ob eine Schutzimpfung empfehlenswert ist. | bei jedem BKK MedPlus-Termin | Hausarzt |
Das Behandlungsprogramm BKK MedPlus Chronische Herzinsuffizienz sieht vor, Sie bei bestimmten Anlässen an Spezialisten bzw. ins Krankenhaus zu überweisen:
| Wann wird überwiesen? | An wen wird überwiesen? |
|---|---|
| Beim Fortschreiten der Herzinsuffizienz trotz individuell auf Sie angepasster Therapie. | Herzspezialist (Kardiologe) bzw. kardiologisch qualifizierter Internist |
| Bei relevanten Verschlechterungen Ihres Zustandes zur Kontrolle mittels Herz-Ultraschall (Echokardiographie) | Herzspezialist (Kardiologe) bzw. kardiologisch qualifizierter Internist |
| Zur Abklärung, ob eine Herztransplantation notwendig ist. | Herzspezialist (Kardiologe) bzw. kardiologisch qualifizierter Internist |
| Wenn Sie nicht ausreichend auf die medikamentöse Therapie ansprechen. | Je nach Medikament: Kardiologe, kardiologisch qualifizierter Internist, Diabetologe |
| Wenn andere Erkrankungen wie z. B. eine Niereninsuffizienz oder eine Depression vorliegen | Kardiologe, kardiologisch qualifizierter Internist, Nierenfacharzt (Nephrologe), Diabetologe oder Psychiater/Psychotherapeut |
| Wenn ein Eingriff zur Therapie erwogen wird oder durchgeführt werden soll (z. B. spezielle Herzschrittmacher (CRT) oder ein Defibrillator (ICD)) | Herzspezialist (Kardiologe) bzw. kardiologisch qualifizierter Internist oder Krankenhaus, das den Eingriff durchführt |
| Bei akuter oder chronischer Dekompensation (Verschlechterung der Symptome oder der Grunderkrankung) | Qualifizierte stationäre Einrichtung |
| Wenn ein Eingriff zur Therapie durchgeführt wird (z. B. spezielle Herzschrittmacher (CRT) oder Defibrillator (ICD)) | Qualifizierte stationäre Einrichtung |
| Zur Abklärung, ob ein Herzunterstützungssystem notwendig ist, z. B. zur Vorübergehenden Entlastung des Herzmuskels oder zur Überbrückung der Wartezeit auf eine Herztransplantation oder als Alternative zu einer Herztransplantation. | Qualifizierte stationäre Einrichtung |
| Zur Durchführung einer Herztransplantation. | Qualifizierte stationäre Einrichtung |
| Bei wiederholtem Einsatz des Defibrillators (ICD) | Qualifizierte stationäre Einrichtung |
| Bei Neuauftreten und Dekompensation von Begleiterkrankungen, z. B. bei einer Lungenentzündung, einer akuten Nierenschädigung oder einer schwerwiegenden Stoffwechselentgleisung bei Insulinmangel (Diabetische Ketoazidose) | Qualifizierte stationäre Einrichtung |
Unterlagen zu Herzinsuffizienz
- Blutdruck-Pass
- Tagebuch Herzinsuffizienz
Sollten Sie an einer oder mehreren dieser Unterlagen Interesse haben, senden wir Ihnen diese gerne kostenfrei zu. Schicken Sie uns dafür einfach eine Nachricht über unser Kontaktformular oder rufen Sie uns an der kostenfreien Servicenummer 0800 22 46 255 an.